Praetorium
Das Praetorium in Köln war die offizielle Residenz des römischen Statthalters in der Provinz Niedergermanien. Hier lag das politische und administrative Zentrum der Region. Die archäologische Stätte bewahrt mehrere Bauphasen, besonders die monumentalen Mauern des Palastes aus dem vierten Jahrhundert. Ein zentraler achteckiger Raum bildet den Mittelpunkt der Anlage. Zwei rechteckige Hallen, Säulen mit Apsiden, ein östlicher Portikus und westliche Höfe ergänzen den Grundriss. Der östliche Portikus war zum Rhein ausgerichtet. Ausgrabungen brachten Keramik, Wandmalereien, Marmorschmuck, Böden, Mosaike, Skulpturenteile und Inschriften ans Licht. Auch Glasgefäße und Werkstattreste gehören zu den Funden. Die Fundstücke zeigen, wie der Palast genutzt und mit Mosaiken, Wandbildern und steinernen Dekorationen gestaltet wurde. Risse und Verschiebungen im Mauerwerk zeigen die Folgen eines Erdbebens am Ende des achten Jahrhunderts. Das Praetorium liegt unter dem mittelalterlichen Rathaus. Teile eines römischen Abwasserkanals und die Ausstellungshallen erweitern den Blick auf Kölns Geschichte. Römische, mittelalterliche und moderne Schichten liegen hier übereinander. Neue Ausgrabungen ergänzen dieses historische Bild immer wieder.
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