Hofburgkapelle
Die Hofburgkapelle liegt im Schweizerhof der Wiener Hofburg, neben der kaiserlichen Schatzkammer. Sie gilt als älteste und wichtigste Kapelle des Hofburgkomplexes. Die Kapelle entstand im späten 13. Jahrhundert und diente den Habsburgern zunächst als private Hofkapelle. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1296. Umbauten unter Albrecht V., Friedrich III. und Maria Theresia verbanden gotische, barocke und klassizistische Formen. Ihren gotischen Charakter bewahrt sie dennoch. Am Hauptaltar stehen farbige Figuren, während eine Holzstatue Marias aus dem späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert stammt.
Als Hofpfarrkirche blieb sie bis 1918 mit der Monarchie verbunden und wurde 1920 zur Rektoratskirche. Auch Musik gehört zu ihrer Geschichte. Maximilian I. gründete die Wiener Hofmusikkapelle, deren Tradition heute die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben fortführen. Bei katholischen Messen erklingen die Stimmen oft von der oberen Empore, bevor Sängerknaben vor dem Altar singen. Die 2003 gebaute Kuhn-Orgel besitzt 27 Register, zwei Manuale, ein Pedal sowie mechanische und elektrische Steuerung. Anton Bruckner spielte auf ihrem Vorgänger. Nach dem Tod Kaiser Ferdinands I. lag sein Leichnam 1564 ein Jahr lang hier aufgebahrt. Die Stufen zur Kapelle und der Schweizerhof erschienen außerdem im Film Corsage über Kaiserin Elisabeth.
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