Schwörhaus
Das Schwörhaus in Ulm ist ein dreigeschossiger Renaissancebau, der zwischen 1612 und 1618 entstand. Sein Standort gehörte bereits 854 zu einem erwähnten Königspalast. Eine offene Loggia und ein Balkon machten die Begegnung von Stadtregierung und Bürgerschaft sichtbar. Der Balkon prägt den Schwörmontag bis heute. Dort hält der Oberbürgermeister seine Schwörrede und legt öffentlich Rechenschaft über die Stadt ab. Das Ritual reicht bis ins vierzehnte Jahrhundert zurück. Der Große Schwörbrief von 1397 regelte das Verhältnis zwischen Patriziern und Zünften neu.
Ein Brand von 1785 führte zum barocken Giebel. Mehrere Brände und Kriege verursachten im Lauf der Jahrhunderte weitere Wiederaufbauten. Nach schweren Kriegsschäden wurde das Schwörhaus 1954 wiederaufgebaut. Seine Nutzung wechselte zwischen Stadtbibliothek, Archiv und Ausstellungsräumen. Als Haus der Stadtgeschichte zeigt es Ulms Vergangenheit in einer Dauerausstellung. Das Stadtarchiv nutzt das Gebäude ebenfalls für seine Bestände. Im historischen Gewölberaum erzählt die Ausstellung von fast 1200 Jahren Ulmer Geschichte. Die Architektur verbindet Renaissanceformen mit späteren barocken Ergänzungen. Der Bau ist für Besucher mit Rollstuhl zugänglich.
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