Schicksals-Brunnen
Der Schicksals-Brunnen steht im Oberen Schlossgarten in Stuttgart, zwischen Oper und Schauspiel. Karl Donndorf schuf ihn 1914 im Jugendstil, einer Form des Art Nouveau. Seine halbkreisförmige Anlage zeigt in der Mitte die sitzende Schicksalsgöttin mit ausgestreckten Armen. In ihren geschlossenen Händen bleibt das menschliche Schicksal verborgen.
Ursprünglich erinnerte der Brunnen an die deutsch-schweizerische Opernsängerin Anna Sutter. Sie wurde 1910 von einem ehemaligen Liebhaber ermordet, bevor das Werk am Künstlerzugang der damaligen Württembergischen Staatsoper stand. 1963 wechselte es in den Oberen Schlossgarten an seinen heutigen Standort. Donndorfs Figuren verbinden Bühnenrollen und reales Leben mit den Gegensätzen von Freude und Leid.
Links hält ein sitzender Mann mit Siegeskranz die volle Schale des Lebens, während eine Frau ihn glücklich betrachtet. Rechts verbirgt ein verzweifelter Mann den Kopf im Schoß einer sitzenden Frau. Das eine Paar verkörpert Freude, das andere Leid, und eine Inschrift ergänzt die Darstellung.
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