Schellenturm
Der Schellenturm steht am südlichen Rand des Bohnenviertels in Stuttgart-Mitte und gehört zur Architektur der Stadt. Er zählt zu den wenigen erhaltenen Resten der früheren Stuttgarter Stadtbefestigung. Ursprünglich hieß er Kastkellereiturm und entstand 1564 am Rand eines Vororts südlich der mittelalterlichen Stadtmauer.
Zunächst diente der Turm als Lagerstätte und blieb später lange Zeit wenig genutzt. Seinen heutigen Namen erhielt er 1811 nach den Schellenwerkern, verurteilten Gefangenen mit Glocken an ihrer Kleidung. Im 19. Jahrhundert kam ein zweigeschossiges Gebäude hinzu, das den Turm zum Wohnhaus machte. 1906 wurde das Bauwerk renoviert und prägte später eine Debatte über schlechte Wohnverhältnisse in Stuttgart.
1944 zerstörte der Krieg den Schellenturm bis auf seinen massiven Stumpf. Der Wiederaufbau orientierte sich am Zustand von 1906 und bewahrte seine historische Gestalt. Lokale Geschäftsleute finanzierten 1978 und 1979 eine weitere Restaurierung. Seit dem 14. Juni 1980 beherbergt der Turm die Weinstube Schellenturm.
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