Leonhardskirche
Die Leonhardskirche steht am Leonhardsplatz in Stuttgart, parallel zur Hauptstätter Straße. Ihr dunkelgelber Putz, die steilen Dächer und der 55,5 Meter hohe Turm prägen das Stadtbild. Der grün patinierte Turmhelm bildet dabei einen weithin sichtbaren Orientierungspunkt.
Die Geschichte reicht bis 1337 zurück, als hier eine Kapelle für den heiligen Leonhard entstand. 1463 erweiterte Aberlin Jörg den Bau zur spätgotischen dreischiffigen Hallenkirche. Nach den schweren Kriegsschäden von 1944 wurde sie zwischen 1948 und 1954 vereinfacht wiederaufgebaut. Erhaltene Arkaden, Gewölbeansätze und eine dunkle Holzdecke machen diesen Bruch im Inneren sichtbar. Der Chor bewahrt dagegen sein Netzrippengewölbe und drei farbige Fenster von 1957.
Im Chor erinnert der Grabstein an Johannes Reuchlin, der hier 1522 bestattet wurde. Sechs Reihen mittelalterlicher Eichensitze aus der Hospitalkirche tragen Schnitzereien, Miserikordien und Inschriften. Die Orgel von 1970 steht ebenerdig im linken Seitenschiff und bringt Organist und Instrument ungewöhnlich nah zusammen.
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