Église Saint-Guillaume
Die Église Saint-Guillaume steht am Ufer der Ill und fällt mit ihrer geneigten Fassade sofort ins Auge. Ihr gotischer Backsteinbau besitzt ein einzelnes, ungewölbtes Kirchenschiff und einen polygonalen Chor. Um 1300 errichteten Guillemiten-Mönche die schlichte Kirche für ihren Bettelorden.
Nach der Reformation übernahmen Fischer- und Schifferzünfte den Ort, dessen beengter Grundriss spätere Umbauten prägte. Ein neuer Eingang und der aufgesetzte Turm erzeugten die auffällige Asymmetrie. Eine alte Ankerform erinnert bis heute an die Verbindung zur Schifffahrt.
Im Inneren bewahrte sich die barocke Silbermann-Orgel von 1728 ihren originalen Eichenschrank. Das seltene Instrument steht auf Eisenbahnschienen und lässt sich dadurch bewegen. In der Seitenkapelle liegen zwei mittelalterliche Brüder als Doppelgrabmal nebeneinander: einer als Kanoniker, der andere als Landgraf. Die Akustik brachte Albert Schweitzer und den Saint-Guillaume-Chor hierher, der Bach-Werke und Uraufführungen erklingen ließ.
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