Deutschherrenkapelle
Die Deutschherrenkapelle steht in Saarbrücken und gilt als ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt. Ihr Ursprung liegt im dreizehnten Jahrhundert der Saarbrücker Stadtgeschichte.
Sie gehörte zur Kommende St. Elisabeth, einer Einrichtung des Deutschen Ordens innerhalb der Ballei Lothringen. Zur Anlage gehören die Kapelle, eine Zehntscheune und das Deutschhaus. Das Deutschhaus diente ursprünglich als Wohnsitz des Komturs, während die Zehntscheune der Lagerung des Zehnten diente. Die Kapelle erfüllte auch eine Funktion als Krankenhaus.
Der Hauptsaal nahm die Krankenstation auf, während der Chor den Altar für Gottesdienste beherbergte. Eine frühere Wand trennte beide Bereiche voneinander. Der Turm erhielt im neunzehnten Jahrhundert eine neugotische Gestalt. Nach der Säkularisierung erwarb die Stadt Saarbrücken den gesamten Komplex und nutzte ihn als Waisenhaus. Verschiedene Konfessionen nutzen die Kapelle seit den dreißiger Jahren für Gottesdienste.
Im Inneren steht die historische Buckingham-Orgel aus England. Samuel Green baute sie im späten achtzehnten Jahrhundert für den englischen Königshof. Ihre Gestaltung zeigt den Royal Standard und die Flagge des Königreichs Schottland. Die Orgel kam nach mehreren Ortswechseln in die Deutschherrenkapelle. Der geschützte Komplex verbindet Architektur, Ordensgeschichte und einen erhaltenen Sakralraum in Saarbrücken.
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