St. Kassian
St. Kassian gehört zu den ältesten Kirchen Deutschlands und verbindet romanische, gotische und rokokozeitliche Architektur. Ihre früheste Erwähnung stammt aus dem Jahr 885, als sie den Beamten der Königspfalz diente. Der Legende nach entstand sie über einem heidnischen, vielleicht römischen Tempel. Die benachbarte Alte Kapelle blieb damals den Herrschern vorbehalten.
Die karolingischen Grundmauern überstanden den Stadtbrand von 891, weil der Friedhof das Gebäude schützte. Im zwölften Jahrhundert folgte eine romanische Erweiterung, danach wuchs zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert eine frühgotische Basilika. Ein schwerer Sturm im Jahr 1474 veränderte das Dach, während eine westliche Verlängerung die heutige Länge prägte.
Im Inneren bestimmen Fresken, vergoldeter Stuck und neue Altäre aus der Rokoko-Umgestaltung des achtzehnten Jahrhunderts den Eindruck. Marienverehrung machte die Kirche zum Wallfahrtsort, besonders rund um das Bild der „Schönen Maria“. Ein Fresko erinnert an eine umstrittene Legende über die Vertreibung von Juden und fordert zur kritischen Betrachtung auf. Heute gehört die prachtvoll ausgestattete Kirche zur kleinsten Pfarrei der Diözese.
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