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Garnisonkirche

Die Garnisonkirche in Potsdam steht für preußischen Barock und eine wechselvolle Geschichte deutscher Erinnerungskultur. Philipp Gerlach entwarf die protestantische Kirche im Auftrag Friedrich Wilhelms I. von Preußen. Ihr Glockenturm prägte mit fast neunzig Metern einst die Potsdamer Stadtsilhouette und die Drei-Kirchen-Ansicht. Hohe, schmale Fenster und Skulpturen gliederten den markanten Turm. Das quadratische Kirchenschiff besaß ein Walmdach, rundbogige Fenster und ein von massiven Säulen bestimmtes Inneres. Eine hölzerne Kanzel, ein farbiger Barockaltar und eine Orgel von Joachim Wagner ergänzten den Innenraum.

Die Kirche diente als Begräbnisstätte für Friedrich Wilhelm I. und Friedrich den Großen. Johann Sebastian Bach und Napoleon besuchten den historischen Ort. Außerdem spielte die Garnisonkirche eine Rolle bei der Bildung der Preußischen Union der Kirchen und bot klassische Konzerte. Im Nationalsozialismus diente sie Propagandazwecken. Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche abgerissen, doch die Rekonstruktion setzt ihre Geschichte sichtbar fort. Der rekonstruierte Bereich umfasst eine Coventry-Kreuz-der-Nägel-Kapelle, eine historische Ausstellung und eine Aussichtsplattform. Die Garnisonkirche ist rollstuhlgerecht und verbindet Architektur, Stadtgeschichte, Erinnerung und Versöhnung in Potsdam.

Stadt
Potsdam
Aktualisiert

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