Scharfrichterhaus
Das Scharfrichterhaus in Passau verbindet mittelalterliche Architektur mit einem Ort für Kultur, Gastronomie und Film. Seine Mauern reichen bis etwa 1200 zurück. Ursprünglich wohnte hier der städtische Scharfrichter, später diente das Gebäude bis 1443 als Gefängnis Prislig.
Um 1620 verteilte der Scharfrichter Kaspar kleine Zettel, die angeblich Unverwundbarkeit verliehen. Diese Praxis hieß Passauerkunst und verband den Ort mit einer eigentümlichen Legende aus dem Dreißigjährigen Krieg. Ab den 1970er Jahren fanden hier politisches Kabarett und Gegenkultur ihren Platz, trotz Konflikten mit Behörden und Kirche. Walter Landshuter und Edgar Liegl gründeten 1977 die moderne Kulturstätte. Seit 1983 wird hier außerdem das ScharfrichterBeil an Kabarettisten verliehen, dessen erster Preisträger Hape Kerkeling war.
Heute folgen Jazzkonzerte, Lesungen, Chansonabende, Theater und politische Satire auf engem Raum. Das unabhängige Scharfrichter-Kino zeigt seit 1987 Repertoirefilme abseits des Mainstreams. Ein Wiener Café, ein Restaurant mit bayerisch-österreichischer Küche, eine Weinbar und ein Innenhof ergänzen den historischen Rahmen. Im Weinkeller finden Verkostungen statt, während die Galerie regionale Kunst zeigt. Größere Veranstaltungen weichen wegen der begrenzten Räume in die nahe Redoute Passau aus.
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