Peichterturm
Der Peichterturm steht als runder Turm in der historischen Innstadt von Passau. Seine Mauern erzählen von mehr als sechs Jahrhunderten Stadtgeschichte. Zwischen 1402 und 1403 entstand er als Batterieturm der alten Befestigung. Die Anlage nahm Geschütze auf und sollte Passau gegen Angriffe schützen. Zwischen 1408 und 1410 wurde der Turm Teil der erweiterten Innstadtbefestigungen. Heute erreicht der Rundturm etwa 24 Meter Höhe.
Das nahe Severinstor, früher Peichtertor genannt, ergänzt dieses erhaltene Ensemble der mittelalterlichen Stadtmauer. Die Innstadt verbindet historische Gebäude mit malerischen Straßen und sichtbaren Befestigungsresten. In der Umgebung lag einst das römische Kastell Boiotro als militärischer Stützpunkt. Der Turm wechselte später seine Nutzung und wurde zum Wohngebäude. Horst und Christa Moser renovierten ihn ab 1983 eigenhändig über zwei Jahre hinweg. Dabei entstanden insgesamt 220 Quadratmeter Wohnfläche im Turm. Die Familie richtete Fußbodenheizung, zwei Bäder und ein eigenes Zimmer für jedes der drei Kinder ein. Eine Modelleisenbahn erhielt eine eigene Zwischenebene im Inneren des Turms. Ganz oben entstand außerdem ein Raum für den Ton zu Horst Mosers Super-8-Filmen mit Zügen. Zwischen 2009 und 2011 erfolgte eine weitere Restaurierung des historischen Rundturms. Der Peichterturm gehört zu den anerkannten Kulturdenkmälern Bayerns. Seine Geschichte zeigt, wie eine militärische Anlage neue Räume für das Wohnen erhielt.
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