Église Saint-Séverin
Die Église Saint-Séverin steht im lebhaften Quartier Latin von Paris und ist eine römisch-katholische Kirche. Ihre gotische Architektur verbindet Bauteile aus dem dreizehnten und fünfzehnten Jahrhundert. Im Chor und in der Apsis fächern sich flamboyante Rippengewölbe über einer gedrehten Mittelsäule auf. Diese Säule erinnert an den Stamm einer Palme und setzt einen markanten Akzent im Innenraum. Buntglasfenster aus dem vierzehnten Jahrhundert zeigen religiöse Szenen, darunter den Jessebaum und das Leben der Apostel.
Der heutige Bau entwickelte sich im dreizehnten Jahrhundert, als die wachsende Universität von Paris eine größere Pfarrkirche für ihre Studenten benötigte. Schäden während des Hundertjährigen Krieges führten zu einem Wiederaufbau im kunstvollen Flamboyant-Stil. Eine historische Orgel ergänzt die mittelalterlichen Formen im Kirchenraum. Während der Französischen Revolution diente das Gebäude zunächst als Lager für Schießpulver und später für Getreide. Im frühen neunzehnten Jahrhundert kehrte es zur katholischen Kirche zurück. François Mitterrand heiratete hier 1944, lange bevor er französischer Präsident wurde. Der Ort ist zudem rollstuhlgerecht und verbindet studentische Geschichte mit sichtbaren Spuren des Mittelalters.
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