Église Saint-Eustache
Die Église Saint-Eustache steht im 1. Arrondissement von Paris, nahe dem historischen Marktviertel Les Halles. Du siehst einen Kirchenbau, der flamboyante Gotik mit Renaissance und klassischer Architektur verbindet. Mit ihrer Höhe und Größe gehört sie zu den größten Kirchen der Stadt, gleich nach Notre-Dame. Aufwendige Strebepfeiler treffen außen auf eine klassisch gestaltete Fassade.
Eine Kapelle für die heilige Agnes stand hier bereits 1213. Als Les Halles wuchs, reichte der kleine Bau für die Gemeinde nicht mehr aus. Der heutige Bau entstand zwischen 1532 und 1633 und wurde erst 1640 vollständig fertiggestellt. Reliquien des heiligen Eustachius gaben dem Gotteshaus 1303 seinen heutigen Namen. Schwieriger Baugrund, Geldmangel und die französischen Religionskriege verzögerten die Arbeiten. Während der Französischen Revolution diente der entweihte Raum als „Tempel der Landwirtschaft“, bevor er 1803 zum katholischen Gottesdienst zurückkehrte.
Im Inneren führen Kapellen mit Gemälden und Skulpturen zu Werken aus mehreren Jahrhunderten. Rubens’ „Die Jünger von Emmaus“ steht dort neben einem modernen Triptychon von Keith Haring. Buntglasfenster aus dem 19. und 20. Jahrhundert setzen farbige Akzente zwischen den steinernen Formen. Molière wurde hier getauft und verheiratet, während Ludwig XIV. hier seine erste Kommunion empfing.
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