Templo G
Templo G steht im archäologischen Gelände von Selinunt auf Sizilien und gehört zum nördlichsten Tempelbereich der Anlage. Vor dir liegen Fundamente, Säulentrommeln und verstreute Steinblöcke. Der dorische Bau maß über fünfzig Meter in der Breite und einhundertzehn Meter in der Länge. Acht Säulen standen an der Vorderseite, siebzehn weitere an den Längsseiten. Auf dem Hügel öffnet sich der Blick über die Landschaft bis zum Meer.
Der Bau begann im sechsten Jahrhundert vor Christus und zog sich über mehr als hundert Jahre hin. Vollendet wurde der Tempel nie, deshalb fehlen Dach und dekorative Bauteile. Die riesigen Steinlagen zeigen, wie Handwerker die Säulentrommeln stapelten und für die Bearbeitung vorbereiteten. Wahrscheinlich galt Zeus als Schutzgott, doch die genaue Weihe bleibt ungeklärt. Selinunt entstand um 651 vor Christus als griechische Kolonie und wurde 409 vor Christus von den Karthagern zerstört. Heute bewahren die umgestürzten Säulen und unbearbeiteten Blöcke sichtbar die gewaltigen Dimensionen des unvollendeten Heiligtums.
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