Kramerzunft
Die Kramerzunft steht in der Altstadt von Memmingen nahe dem Stadtbach und bewahrt einen Kern aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das dreigeschossige Gebäude trägt ein Satteldach und zeigt an seiner Westseite fünf gewölbte Nischen. Dahinter führt ein Durchgang mit gewölbten Öffnungen direkt zum Stadtbach.
Ursprünglich gehörte das Haus dem Künstler Ivo Strigel, bevor die Kaufmannszunft es übernahm. Im zweiten Stock entstand ein großer Saal, der später zum Schauplatz der Versammlung aufständischer Bauern im Deutschen Bauernkrieg wurde. Sebastian Lotzer formulierte dort mit den Versammelten die Zwölf Artikel und die Bundesordnung. Diese Schriften forderten Menschenwürde und Rechte und gehören zu den frühen Zeugnissen verfassungsgebender Versammlungen in Deutschland.
Heute nutzen Handwerkszünfte die oberen Stockwerke, während im Erdgeschoss Geschäfte liegen. Eine Restaurierung erhielt eine Denkmalschutzmedaille, und der Bayerische Landtag würdigte den Ort als Stätte der Demokratie. Im Saal entdeckst du eine Decke mit profilierten Leisten und Fischblasenmotiven. Ein reich geschnitzter Türrahmen und ein Wandgemälde bilden dort besonders anschauliche Spuren der langen Geschichte.
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