Elisabethkirche
Die Elisabethkirche in Marburg erhebt sich als dreischiffige frühgotische Hallenkirche mit zwei rund achtzig Meter hohen Türmen. Ihr Kleeblattchor prägt den ungewöhnlichen Blick in den Innenraum. Zwischen 1235 und 1283 entstand sie über dem Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen. Dadurch wurde der Ort zu einem bedeutenden Ziel für Pilger.
Der Elisabethschrein bildet bis heute den geistlichen Mittelpunkt, während farbige Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert Szenen aus ihrem Leben zeigen. Der Deutsche Orden errichtete das Gotteshaus über der Grabstätte und verlegte dafür Elisabeths früheres Hospital nach Süden. Dessen Grundriss ist noch im Pflaster des angrenzenden Platzes erkennbar. Der Elisabethaltar und der Marienaltar stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert und gehen auf Ludwig Juppe zurück. Vor der Chorschranke setzt Ernst Barlachs modernes Bronzekruzifix von 1931 einen bewussten Kontrast.
Über Jahrhunderte diente die Kirche auch als Grablege der hessischen Landgrafen und als bedeutendes Gotteshaus des Deutschen Ordens. Heute verbinden sich hier Gemeindeleben, Andachten und Kirchenmusik mit mittelalterlicher Kunst. Restauratoren untersuchen die Farbschichten und zeigen, dass der gotische Raum einst heller und farbiger wirkte. Unter dem bräunlichen Anstrich liegen altrosa Flächen, weiße Fugennetze sowie weiße und ockerfarbene Elemente. Nutze den Blick nach oben: Selbst die Schlusssteine des Gewölbes waren einst unterschiedlich bemalt.
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