Holzturm
Der Holzturm steht in Mainz am Rheinufer und gehört zu den drei erhaltenen Türmen der ursprünglichen Stadtbefestigung. Seine schlanke, senkrechte Gestalt zeigt die gotische Bauweise deutlich. Bruchsteinmauern, quadratische Eckquader und ein steiles Walmdach prägen den Bau, dessen Ecken polygonale Türmchen mit spitzen Dächern krönen. Der heutige Tordurchgang liegt etwa drei Meter unter dem Straßenniveau.
Im frühen fünfzehnten Jahrhundert entstand der Bau als Teil der städtischen Verteidigung. Als Wachturm und Torturm kontrollierte er den Zugang und sicherte die Befestigungsanlagen am Rhein. Später diente er als Gefängnis und beherbergte Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, sowie dessen Bande. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden, doch Mainz ließ es 1961 sorgfältig rekonstruieren. Heute nutzen verschiedene Organisationen und Vereine seine Räume.
Mainz entwickelte seine Befestigungsanlagen über Jahrhunderte hinweg ausgehend von römischen Ursprüngen. Politische und strategische Veränderungen bestimmten dabei wiederholt den Umbau von Mauern und Türmen. Am Rheinufer wurde einst Holz neben dem Bau gestapelt.
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