Kirche Gottscheina
Die Kirche Gottscheina steht leicht erhöht am alten Dorfanger im Leipziger Stadtteil Gottscheina. Der verputzte Bruchsteinbau ist von einem Friedhof mit Stampflehm-Mauer umgeben und markiert das südliche Ende der Dorferweiterung. Drei flachbogige Fenster gliedern jede Längsseite, während auf dem Satteldach je eine Fledermausgaube sitzt.
Ein kleines Fenster in der Ostwand weist auf romanische Ursprünge im zwölften oder dreizehnten Jahrhundert hin. Schriftliche Hinweise auf die Kirchgemeinde reichen bis ins frühe fünfzehnte Jahrhundert zurück. Seit 1438 gehörte Gottscheina mit zwei Nachbardörfern zu den Universitätsdörfern der Universität Leipzig. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte den Bau zweimal, doch das mittelalterliche Fenster blieb erhalten. Richard Füssel entwarf den Westturm, der 1854 entstand und 1892 seine heutige Höhe erhielt. 1969 rettete die örtliche Gemeinde den wegen Bauschäden gefährdeten Turm mit Spenden und Eigenleistung.
Im Inneren stehen eine dreiseitige Empore, ein Kanzelaltar und eine reich geschnitzte Ausstattung aus den 1860er Jahren. Die Orgel von Nicolaus Schrickel besitzt fünf Register auf einem Manual mit angekoppeltem Pedal. Zwei der drei Glocken stammen aus 1745 und 1809 und wurden vom Propst der Universität Leipzig gestiftet. Salvage.
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