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Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen

Die Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen in Leipzig war eine psychiatrische Einrichtung und wurde während der NS-Zeit zu einem Ort medizinischer Verbrechen. Ab Oktober 1940 bestand hier die Kinderfachabteilung, die vierte Station dieser Art in Deutschland und die erste im heutigen Sachsen.

Unter dem Vorwand medizinischer Behandlung wurden dort Kinder mit Behinderungen oder als erbkrank geltenden Krankheiten ermordet. Von 827 aufgenommenen Kindern starben mindestens 551, insgesamt wird von mehr als 600 Opfern ausgegangen. Die Station wuchs von zunächst 35 auf 192 Betten und wurde im Dezember 1943 nach Großschweidnitz verlegt. Außerdem wurden hier ab 1934 mehr als 600 Menschen zwangssterilisiert und zwischen Juni 1940 und August 1941 über 860 Menschen nach Pirna-Sonnenstein gebracht und dort ermordet. Nach dem Krieg wurde die Anlage zum Parkkrankenhaus, heute steht sie größtenteils leer und erinnert mit Ausstellungen, Gedenkzeichen und Stolpersteinen an die Opfer.

Zu den namentlich bekannten Kindern gehört Ruth Kirschbaum, ein jüdisches Mädchen, das 1941 im Alter von sieben Jahren ermordet wurde.

Stadt
Leipzig
Aktualisiert

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