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Ludwigsbau

Der Ludwigsbau steht auf der Ostseite des Heidelberger Schlosses und entstand unter Kurfürst Ludwig V. um 1524. Der dreigeschossige Bau gruppierte sich symmetrisch um einen zentralen Treppenturm, der bis heute erhalten ist. Schlichte Außenmauern zeigen, dass hier praktische Aufgaben wichtiger waren als repräsentativer Schmuck.

Im Inneren lagen die Hauptküche, die Bäckerei und Vorratsräume für Lebensmittel und Munition. Außerdem boten die Räume Personal, Gästen und Pagen Unterkunft im täglichen Schlossbetrieb. 1556 ließ Kurfürst Ottheinrich die nördliche Hälfte abtragen, um Platz für seinen eigenen Flügel zu schaffen. In der Südwand blieben ein kleines Schießschartenfenster und ein höher gelegenes Rundfenster aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert sichtbar. Der benachbarte Ökonomiebau bewahrt die Reste eines großen Backofens, während die spätgotische Brunnenhalle zur Wasserversorgung gehörte.

Am Treppenturm erscheinen der Pfälzer Löwe, die Wittelsbacher Rauten und das Vikariatsschild. Darunter spielen zwei eingemeißelte Affen das Strangkatzenspiel, einen Zeitvertreib der jungen Pagen. Ein um den Hals gelegtes Tuch verbindet die Figuren mit diesem ungewöhnlichen Hofspiel.

Stadt
Heidelberg
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