Germanistisches Seminar
Das Germanistische Seminar der Universität Heidelberg befindet sich im Palais Boisserée, einem langgestreckten Barockbau in der Heidelberger Altstadt. Seine Fassade verbindet barocke Formen mit klassizistischen Veränderungen. Franz von Sickingen ließ den Bau im frühen 18. Jahrhundert errichten, bevor sein Sohn Johann Ferdinand dort lebte. Eine Gedenktafel erinnert an Johann Wolfgang von Goethe.
Im 19. Jahrhundert bewahrten Sulpiz und Melchior Boisserée hier ihre Sammlung altdeutscher Gemälde auf. Diese Werke befinden sich heute in der Alten Pinakothek in München. Die Räume dienen der Forschung und Lehre zur deutschen Sprache und Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Politische Sprache, mittelalterliche Handschriften und Hexenliteratur gehören zu den untersuchten Themen. Eine Bibliothek, Arbeitsplätze und Internetzugang unterstützen Studierende und Forschende, während Poetikdozenturen und Sprachpatenschaften Wissen in die Stadt tragen. Besonders anschaulich wirkt der Wechsel vom Adelssitz über Verwaltungsräume zum akademischen Haus.
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