Hauptkirche St. Nikolai
Die Hauptkirche St. Nikolai steht im Hamburger Stadtteil Harvestehude und erhielt 1962 ihre Weihe. Sie ersetzte die alte St. Nikolai-Kirche im Stadtzentrum, die der Zweite Weltkrieg schwer beschädigt hatte und als Ruine und Mahnmal erhalten bleibt. Dieter und Gerhard Langmaack entwarfen einen runden Bau, dessen Glockenturm der siebthöchste Kirchturm Hamburgs ist.
Der kelchförmige Grundriss und das asymmetrisch geschwungene Kirchenschiff ziehen die Gemeinde um den einfachen Altar mit seinem Altarbild zusammen. Mehr als fünfhundert Sitzplätze richten sich darauf aus, und eine helle, strukturierte Holzdecke öffnet den Raum. Der Italiener Sergio Cicognani schuf 1974 das Mosaik Ecce Homines nach einem Entwurf von Oskar Kokoschka. Es bildet das Gegenstück zu einem schwarz-weißen Mosaik im Chor der alten Kirche. Das Kruzifix und drei Bronzereliefs stammen von Fritz Fleer. Die Nikolaus-Tür an der Westfassade zeigt Szenen aus der Legende des Heiligen Nikolaus. Dein Weg hinein ist rollstuhlgerecht und führt durch die Taufkapelle, deren Taufaltar aus Steinen der alten Kirchenruine errichtet ist. Auch ein Torso einer Christusfigur und eine Statue des Erzbischofs Ansgar stammen von dort. Zur Kapelle gehört das Coester-Fenster mit Szenen aus der Offenbarung des Johannes. Elisabeth Coester vollendete es 1939 für die alte Kirche, doch der Krieg verhinderte den Einbau.
Die Kirche besitzt eine bedeutende Orgel: Willi Peter baute sie 1966, Johannes Klais Orgelbau überarbeitete sie. Insgesamt zählt sie 101 Register mit 7.279 Pfeifen, darunter Schlagwerkregister. Ihre Gestaltung nimmt das Motiv eines Schiffsbugs auf, ein beliebtes Thema in Hamburg. Sogar das 1962 gegossene Glockenensemble trägt Material der Glocken der alten Kirche in sich.
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