Budge-Palais
Das Budge-Palais steht als neoklassizistische Villa in Hamburg am Alstervorland. Martin Haller entwarf das zweigeschossige, verputzte Gebäude. Die ursprüngliche Residenz für den Schiffsmakler Ivan Gans entstand 1884 und umfasste etwa zwanzig Zimmer. Eine große Eingangshalle und eine prächtige Treppe führten zu den Alsterwiesen.
Henry Budge kaufte Villa und Park 1900, danach erweiterte Haller das Anwesen in mehreren Bauphasen. Französische Neorenaissance, barocke Einflüsse und dänische Klassik prägen die späteren Formen. Kutschenhäuser, Ställe, Gewächshäuser, eine Blumenhalle und ein Teepavillon am Alsterufer gehörten ebenfalls dazu. Henry und Emma Budge zogen 1903 ein, die Umgestaltung zum Palais war 1913 abgeschlossen.
Im Spiegelsaal, den Emma Budge als Geburtstagsgeschenk erhielt, traten Enrico Caruso und Paul Hindemith auf. Nach Emma Budges Tod 1937 wurde das Gebäude Sitz der Reichsstatthalterei. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten britische Stellen die Räume als Pension und Krankenhaus. Seit 1959 gehört das Palais zur Hochschule für Musik und Theater Hamburg, ergänzt durch moderne Anbauten. Auseinandersetzungen mit den Budge-Erben fanden 2011 durch eine Vereinbarung über Restitutionsansprüche einen Abschluss.
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