Bernhard Rothschild
Bernhard Rothschild steht für jüdische Geschichte in Frankfurt und für eine Familie, deren Leben Handel, Bildung und Verfolgung prägten. Bernhard Rothschild wurde in Netra im Kreis Eschwege geboren.
Gemeinsam mit seinem Bruder Isidor eröffnete der Kaufmann in Frankfurt ein Geschäft für Leinen- und Manufakturwaren. Das Unternehmen trug den Namen Samuel Rothschild Söhne.
Nach seiner Heirat mit Lina Lichtenstein lebte Bernhard mit seiner Familie an verschiedenen Adressen in Frankfurt. Das Ehepaar hatte drei Töchter, Lilly, Martha und Else.
Die Töchter besuchten die jüdische Reformschule Philanthropin, während die Familie Kontakte zur jüdischen Gemeinschaft pflegte. 1931 bezog sie eine Wohnung am Bornheimer Hang.
Die von Ernst May geplante Siedlung lag an der Karl-Albert-Straße 25, einer wichtigen Adresse der Familiengeschichte. Dort erinnern Stolpersteine an die Rothschilds.
In den folgenden Jahren zerstreute die nationalsozialistische Verfolgung die Familie und zwang mehrere Angehörige zur Emigration. Else emigrierte nach Argentinien.
Bernhard und Lina versuchten später, über Lissabon nach Argentinien zu gelangen. Bernhard starb während der Überfahrt auf der Nyassa.
Nur Lina erreichte Buenos Aires und lebte dort später mit ihrer Tochter Else. Die Familie verlor dadurch ihre Verbindung zu Frankfurt.
Die Stolpersteine vor dem früheren Wohnhaus verbinden Frankfurter Alltagsgeschichte mit der Erinnerung an Verfolgung, Flucht und verlorene Lebenswege. Die Gedenksteine halten Bernhard Rothschilds Geschichte im Stadtbild fest.
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