Französische Friedrichstadtkirche
Am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte steht die Französische Friedrichstadtkirche. Die Hugenotten, französische Religionsflüchtlinge, siedelten sich hier zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts an. Gemeinsam mit Böhmen und Salzburgern bauten sie in der Gegend Wohnhäuser und religiöse Gebäude. Jean Louis Cayart entwarf den Bau, Abraham Quesnay vollendete ihn. Die Gemeinde legte 1701 den Grundstein und weihte ihre Kirche 1705 ein.
An der Ostseite trägt der Bau seit 1785 einen großen Turm mit Kuppel, den Friedrich II. von Preußen errichten ließ. Trotz seiner Größe ist der Turm keine Kathedrale. Die Hugenotten erhielten dieses nicht sakrale Bauwerk zur ewigen kostenlosen Nutzung. Eine Renovierung von 1905 verlegte den Eingang und gestaltete den Innenraum neobarock um. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gotteshaus schwere Schäden. Ein Kirchenbauprogramm der ehemaligen DDR finanzierte den Wiederaufbau von 1978 bis 1983 nach dem neobarocken Vorbild.
Innen bleibt alles schlicht: eine Kanzel und ein Abendmahlstisch stehen statt eines Altars. Man rekonstruierte 1985 die Orgel, deren Vorgängerin aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts stammte, damit französische Orgelmusik jener Zeit erklingen kann. Sonntags feiern hier zwei Gemeinden Gottesdienst, die französisch-reformierte Hugenottengemeinde und die französischsprachige protestantische Gemeinde. Die Evangelische Akademie zu Berlin und andere Gruppen halten hier Veranstaltungen ab, solange sie die reformierte Tradition achten. Selbst ein Restaurant gehört hier dazu, und du kommst barrierefrei hinein.
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