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Gignoux-Haus

Das Gignoux-Haus steht im Augsburger Lechviertel und entstand 1764 und 1765 nach Plänen von Leonhard Christian Mayer. Zwei dreigeschossige Flügel treffen rechtwinklig aufeinander. Mansarddächer, Rocaille-Stuck und ein polygonaler Erker prägen die Fassade, während ein rundbogiges Portal ionische Pilaster und Vasen zeigt.

Georg Christoph Gleich ließ den Bau als Wohnhaus und Kattunmanufaktur errichten. Ein Teil steht über einem Kanal, dessen Wasser die Produktion unterstützen konnte. Nach Gleichs Konkurs 1770 führte Anna Barbara Gignoux die Manufaktur für ihre Kinder weiter und gewann später das Eigentum zurück. Ab 1822 nahm ein Gasthaus namens „Blaues Krügle“ den Bau auf, während ein Saal für Tanz und Aufführungen entstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente dieser Saal als Ausweichspielstätte und wurde ab 1956 regelmäßig von den Städtischen Bühnen Augsburg genutzt. Bis 2010 blieb das Haus als „Komödie“ ein Theater. Balkone und Veränderungen im Inneren kamen im 19. Jahrhundert hinzu, doch viele ursprüngliche Bauteile blieben erhalten. Heute erzählen Wohnräume, Gastronomie und die denkmalgeschützte Fassade gemeinsam von Augsburgs Textil- und Theatergeschichte.

Stadt
Augsburg
Aktualisiert

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