Kreuzhofkapelle
Die Kreuzhofkapelle steht als romanische Kapelle aus grob behauenen Steinquadern an einem geschichtsträchtigen Ort. Ihr schlichtes Langhaus besitzt hoch sitzende Rundbogenfenster und eine ruhige Apsis. Diese Fenster weisen auf ein früheres Obergeschoss hin, das Reisenden Schutz bot, Vorräte aufnahm und Menschen in Not Zuflucht gewährte. Eine schmale Treppe führte einst an der Westgiebelwand in diesen Bereich. Das Bauwerk entstand vermutlich in der Mitte des zwölften Jahrhunderts auf einem seit Jahrtausenden besiedelten Platz. Auf der benachbarten Wiese versammelten sich Friedrich Barbarossa, Heinrich Jasomirgott und Heinrich der Löwe. Die Herrscher suchten einen neutralen Ort für ihren Streit über Bayerns politische Zukunft. Der Überlieferung zufolge könnte in der Kapelle das Privilegium minus besiegelt worden sein. Dieses Dokument steht mit der Entstehung des Herzogtums Österreich in Verbindung. Bomben beschädigten die Kapelle gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schwer. Georg Rauchenberger rettete das Gebäude mit privaten Mitteln und ließ es ab 1950 restaurieren. Sein Grab liegt unter dem Fußboden im Inneren der Kapelle. Die Kreuzhofkapelle verbindet romanische Architektur, Schutzgeschichte und politische Erinnerung in einem kleinen Bauwerk.
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