St.-Michaels-Kapelle
Die St.-Michaels-Kapelle steht in Ochsenfurt als katholische, zweigeschossige Friedhofskapelle mit gotischen Formen. Ihr nach Osten ausgerichteter Bau entstand von 1440 bis 1444 nach Plänen von Hans Bauer, einem Bildhauer und Steinmetz aus Ochsenfurt. Das Untergeschoss bewahrte einst die Gebeine Verstorbener, während das Obergeschoss über eine westliche Außentreppe zugänglich ist.
Über dem Westportal zeigt ein um 1450 geschaffenes Tympanon den Zug der Seligen zum Himmelstor und die Verdammten im Höllenschlund. Darüber sitzt Christus als Weltenrichter zwischen Maria und Johannes dem Täufer. Im Obergeschoss spannt sich ein Kreuzrippengewölbe mit Pflanzenmotiven, einem Inschriftenband von 1492 und 1974 freigelegten Gewölbemalereien. Eine steinerne Empore trägt im westlichen Joch die Wappen Rudolf von Scherenbergs und der Stadt Ochsenfurt.
Im neugotischen Altaraufsatz von 1890 steht eine Sandsteinmadonna mit dem Jesuskind aus der Zeit um 1420. Bemalte Lindenholzfiguren des heiligen Michael und des heiligen Sebastian entstanden um 1480, während moderne Glasfenster von Karl Clobes den Innenraum ergänzen. Die kleinen Figuren am reich verzierten Oberportal fehlen heute, doch das Tympanon bewahrt seine drastische mittelalterliche Bildfolge.
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