Schönborner Hof
Der Schönborner Hof in Mainz entstand zwischen 1668 und 1670 am nordwestlichen Ende des früheren Thiermarkts. Der frühere Thiermarkt trägt heute den Namen Schillerplatz.
Die Adelsresidenz gilt als erste Mainzer Residenz im Barockstil, obwohl sie Elemente der Spätrenaissance zeigt. Die Familie Schönborn nutzte sie als Stadtresidenz. Ihre Mitglieder bekleideten wichtige Ämter in süddeutschen Bistümern, darunter zwei Mainzer Erzbischöfe. Philipp Erwein von Schönborn gab den Bau in Auftrag. Der Mainzer Architekt Clemens Hinck entwarf das Hauptgebäude, möglicherweise mit Beratung durch Edmund Rokoch.
Ein Obergeschoss und ein seitlicher Risalit mit Renaissance-Treppengiebeln bestimmten den frühen Bau. Zum Hof gehörte ein frühbarocker Schönborngarten mit französischem Broderieparterre und Wasserspielen. Brunnen, Loggien und ein Gartenhaus ergänzten die formale Anlage. Das Wichernhaus kam 1773 hinzu, während die Residenz später Kaserne, Krankenhaus und Offizierskasino wurde. Ein zusätzliches Stockwerk veränderte die ursprüngliche Giebelansicht.
Nach Kriegsschäden erhielt der Bau seine Gestalt des siebzehnten Jahrhunderts zurück, angepasst an die städtische Entwicklung. Das Institut français nutzt einen Teil der Anlage für französische Kultur und Sprache. CinéMayence, das Kino Vino und das Institut für Vor- und Frühgeschichte gehören ebenfalls zum Ort. Im verbliebenen Grün steht die Statue Mainzer Schoppenstecher.
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