Krematorium
Das Krematorium steht auf dem Bergfriedhof in Heidelberg und gehört zu den frühen Krematoriumsbauten Deutschlands. Philipp Thomas entwarf den Bau aus hellem Keupersandstein. Seine Tempelform verbindet einen Giebel, pilasterartige Wandenden und dorische Säulen mit einer symbolischen Fassade. Im Giebel brennt die Ewige Flamme aus einer Widderkopfschale. Weibliche Gestalten halten Blumengirlanden, während geflügelte Sanduhren und strahlende Sonnen unter dem Giebel Tod und Leben darstellen. Der Eingang bewahrt Urnennischen und einen Terrazzo-Boden. Im Rundbogen erscheinen Clio, die Muse der Geschichte, und eine Figur der Verklärung neben einem Fries aus Mohnkapseln. Die Kuppel zeigt einen blauen Sternenhimmel mit Engelsköpfen. Ein Vanitas-Motiv im Boden erinnert an Vergänglichkeit, während der Phönix aus den Flammen für Wiedergeburt steht. Goethe ist an der Nordseite des Gebäudes erwähnt. Das historische Gebäude blieb erhalten, obwohl die ursprüngliche Technik später durch einen modernen Anbau und elektrische Öfen ergänzt wurde. Der Bergfriedhof bewahrt terrassierte Wege und natürliche Bepflanzung. Auf dem Gelände liegen unter anderem die Gräber von Friedrich Ebert, Wilhelm Furtwängler, Carl Bosch und Robert Bunsen. Max Wolf und Max Weber sind ebenfalls genannt. Ein Wegenetz führt durch diese Heidelberger Friedhofslandschaft und verbindet Architektur, Erinnerung und Gartenraum miteinander.
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