Theseustempel
Der Theseustempel steht im Wiener Volksgarten und verbindet neoklassizistische Architektur mit zeitgenössischer Kunst. Peter von Nobile entwarf das Gebäude im Wiener Volksgarten. Zwischen 1819 und 1823 entstand der Tempel als verkleinerte Nachbildung des antiken Theseions in Athen. Sein klarer Baukörper steht auf einem dreistufigen Sockel. Der Peripteros besitzt eine einzelne Säulenreihe, sechs Säulen an der Front und zehn an den Seiten. Die leeren Metopen prägen den umlaufenden Fries des Tempels. Die Cella liegt zwischen Pronaos und Opisthodom, also zwischen Vorhalle und Rückhalle. Der Tempel nahm ursprünglich Antonio Canovas Theseus-Skulptur auf.
Canovas Statue zeigte Theseus im Kampf mit einem Kentauren und blieb fast siebzig Jahre im Tempel. 1890 wechselte sie ins Kunsthistorische Museum in Wien. Canova selbst war am Bau beteiligt, während tiefe Fundamente den früheren Stadtgraben darunter berücksichtigen mussten. Ein Kanaldeckel markiert die verborgenen Räume unter dem Tempel. Die Renovierung von 2008 bis 2010 gab dem Bau seine ursprüngliche weiße Farbe zurück und verbesserte die Zugänglichkeit. Der Zugang ist für Rollstuhlfahrende barrierefrei gestaltet worden. Seit 2012 zeigen das Kunsthistorische Museum und das Weltmuseum Wien hier jährlich ein bedeutendes Werk zeitgenössischer Kunst. Blumen und Grünflächen umgeben den Tempel im Volksgarten.
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