Steipe
Die Steipe prägt den Marktplatz mit einer weißen gotischen Fassade, offenen Arkaden und gezackten Zinnen. Die spitzbogigen Bögen ruhen im Erdgeschoss auf kräftigen Steinsäulen. Diese sogenannten Steipen gaben dem Gebäude seinen Namen und verbinden die Architektur mit der Geschichte des Platzes. Zwischen den Bögen stehen steinerne Heiligenfiguren der Stadt. Jakobus der Ältere, Helena, Petrus und Paulus erscheinen dort als sichtbare Zeichen städtischer Erinnerung und religiöser Tradition.
Zwei gepanzerte Ritter bewachen oben die gotische Fassade. Ein Ritter hebt das Visier zum Marktplatz, während der andere mit geschlossenem Visier zum Dom blickt und sein Schwert berührt. Die Haltung deutet auf städtische Eigenständigkeit gegenüber kirchlicher Macht. Das Gebäude entstand als Festhaus und wechselte später zwischen Rathaus, Hotel, Weinstube und Museum.
Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Steipe fast vollständig. Nur der Treppenturm blieb erhalten, danach finanzierte die Bürgerschaft einen Wiederaufbau mit rekonstruierten Farben, Arkaden und Skulpturen. Die Figuren am Gebäude sind steinerne Kopien der Originale. Die Originale befinden sich im Stadtmuseum, während die Steipe Café, Restaurant und Spielzeugmuseum beherbergt. So verbindet der Bau Erinnerung mit gegenwärtiger Nutzung.
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