Villa Wunderkind
Die Villa Wunderkind liegt in Potsdams Berliner Vorstadt am Heiliger See und verbindet eine neoklassizistische Fassade mit einer wechselvollen Geschichte. Auf der Seeseite öffnen sich bodentiefe Rundbogenfenster, während dekorative Vasen in Nischen die Fassade gliedern.
Auf dem Grundstück stand zunächst ein 1795 von König Friedrich Wilhelm II. errichtetes Müllerhaus im neugotischen Stil. Ernst und Wanda Metz erweiterten die Anlage ab 1911, bevor Paul Renner sie bis 1914 zu einer italienisch geprägten Villa umgestaltete. Dabei wich das ursprüngliche Müllerhaus dem heutigen Bau, dessen klassizistische Formen an das Marmorpalais am gegenüberliegenden Heiliger See erinnern. In den 1940er-Jahren bewohnte der Diplomat Ulrich von Hassell das Anwesen, später diente es bis zur deutschen Wiedervereinigung als Hauptquartier der Britischen Militärverbindungsmission.
Wolfgang Joop kaufte und renovierte die Villa 1999, bevor Josef Paul Kleihues die postmoderne Überarbeitung 2001 abschloss. Seit 2017 gehört sie der Hasso Plattner Stiftung und wird als repräsentativer Ort genutzt. Besonders einprägsam bleibt der Blick auf die Seefassade mit ihren hohen Rundbogenfenstern und den Vasen in den Wandnischen.
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