Jesuitenkirche
Die Jesuitenkirche steht mitten in der Heidelberger Altstadt am Richard-Hauser-Platz und bildet das Zentrum des ehemaligen Jesuitenviertels. Die dreischiffige Pfeilerhalle besteht aus heimischem Sandstein und ist nach Süden ausgerichtet. Ihre Nordfassade zeigt ein aufwendiges, von Il Gesù in Rom inspiriertes Portal mit Statuen von Jesus, Ignatius von Loyola und Franz Xaver. Im weißen Innenraum leuchten grüne, teilweise vergoldete Kapitelle über drei Altären mit Fresken aus dem Jahr 1871.
Der Bau begann 1712 als Teil des Jesuitenkollegs, ruhte nach 1717 und endete erst 1759. Nach der Aufhebung des Ordens diente das Gotteshaus zeitweise als Lager und Lazarett, bevor es 1809 Pfarrkirche der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde wurde. Der neubarocke Turm entstand zwischen 1868 und 1872, während eine umfassende Renovierung von 2001 bis 2004 Altarraum, Sitzplätze und Fenster erneuerte. Angeschlossen ist das Museum für sakrale Kunst und Liturgie mit Heiligenfiguren, Kelchen, Monstranzen und historischen Gewändern.
Im Seitenschiff führt ein Kreuzweg mit 14 Stationen von der Verurteilung Jesu bis zu seiner Grablegung. Die Krypta bewahrt Gräber von Mitgliedern des Jesuitenkollegs sowie die Gebeine von Kurfürst Friedrich dem Siegreichen. Zwei Kuhn-Orgeln prägen den Klangraum: Die Hauptorgel von 2009 besitzt 54 Register, die Chororgel von 2014 orientiert sich an barocken Vorbildern.
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