Frauenzimmerbau
Der Frauenzimmerbau steht im Heidelberger Schloss zwischen Ruprechtsbau, Herrentafelstubenbau und dem früheren Friedrichsbau. Der Bau entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Kurfürst Ludwig V. Im Erdgeschoss lag die Tafelstube, während die oberen Stockwerke den Hofdamen als Wohnräume dienten. Vorspringende Standerker boten an mehreren Seiten Ausblicke über die Umgebung.
Ein Brand zerstörte das Gebäude 1689, nachdem der höfische Festbetrieb in den Gläsernen Saalbau gewechselt war. Danach arbeiteten Küfer und Steinmetze hier am großen Weinfass des Schlosses, wodurch der Bau zeitweise Bandhaus hieß. 1758 erhielt er unter Kurfürst Carl Theodor das heutige, ungewöhnlich wirkende Dach. In den 1930er Jahren wurde das Erdgeschoss restauriert und zum Königssaal für Heidelberger Veranstaltungen gestaltet. Vom ursprünglichen Baukörper ist heute nur dieses Geschoss erhalten.
Der südliche Erker steht noch, während der nördliche in die Wand einbezogen wurde. Westliche Erker verschwanden beim Anbau einer großen Treppe, der östliche zum Hof ist ebenfalls verloren. Einst konnte Wein aus dem benachbarten riesigen Fass direkt in den Königssaal gepumpt werden.
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