Brunnenhalle
Die Brunnenhalle im Heidelberger Schloss verbindet eine offene Loggia, ein Rippengewölbe und einen historischen Brunnenschacht. Sie entstand unter Kurfürst Ludwig V. in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Vor dem Soldatenbau markiert sie einen Übergang zwischen Spätgotik und Renaissance. Massive Säulen aus Syenit prägen den offenen Raum sichtbar. Das Material stammt aus Ingelheim und wurde ursprünglich im römischen Steinbruch am Felsenmeer im Odenwald gebrochen. Kurfürst Philipp ließ die Säulen zuvor in die Pfalz bringen.
Der Brunnenschacht unter der Halle versorgte den Schlossbereich mit Wasser und gab dem Bau eine praktische Funktion. Rippen und Proportionen zeigen den Wandel der Baukunst. Die spätgotische Wölbung trifft hier auf Renaissance-Einflüsse in Details und Gestaltung.
Zugleich verweist die Brunnenhalle auf den Herrschaftsanspruch der Kurfürsten von der Pfalz. Dieser Anspruch bezog sich auf das deutsche Königtum und das Erbe Karls des Großen. Gemeinsam mit Ludwigsbau und Soldatenbau bildete sie einen wichtigen Bereich des Schlosslebens. Rund um die Halle lagen Räume für Wohnen, Kochen, Vorräte und die Schlosswache. Die wiederverwendeten Säulen verbinden römische Geschichte mit der politischen Selbstdarstellung des Heidelberger Hofes.
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