Römertor
Das Römertor steht im Quellenviertel von Wiesbaden und gehört zur römischen Heidenmauer. Die Mauer beginnt am Schulberg und führt bergab bis zur Straße Am Römertor.
Die Heidenmauer entstand vermutlich um 370 nach Christus unter Kaiser Valentinian I. Heute sind von den 520 Metern noch 80 Meter sichtbar erhalten. Ihr Gussmauerwerk misst an der Basis 2,3 Meter, erreicht bis zu zehn Meter Höhe und ruht auf Holzpfählen. Mainzer Muschelkalk oder Kalkstein bildet die äußere Schale aus handbearbeiteten Quadern.
Felix August Helfgott Genzmer errichtete das Tor 1903 beim Bau der Coulinstraße. Sein Viadukt verbindet Haupttor, Nebentor, Türme, Treppe und einen überdachten Wehrgang. Die Holzkonstruktion über der Straße erinnert an Trajans Brücke über die Donau aus dem Jahr 103. Unterhalb stehen Kopien römischer Soldatengrabsteine und Inschriften aus Wiesbaden in einem Freilichtmuseum.
Bei den Bauarbeiten kam außerdem ein zerstörtes Mithräum im Hang des Heidenbergs ans Licht. Ein Abguss eines Reliefs aus Nida-Heddernheim erinnert dort an den Mithraskult.
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