Postigo del Aceite
Der Postigo del Aceite steht in Sevilla als einzig erhaltenes Tor der alten arabischen Stadtmauer. Sein Ursprung liegt im Jahr 1107, zur Zeit von Ben Yusuf. Zwischen zwei Türmen öffnet sich der Durchgang nahe dem Guadalquivir und der früheren Alcazaba. Ein kleiner Mauerabschnitt und die ursprünglichen Türme sind zwischen späteren Gebäuden noch sichtbar.
Im 12. Jahrhundert hieß das Tor Bad al Qatay, weil königliche Werften Schiffe nebenan bauten. Später gelangten Öl und Oliven durch diesen Zugang in die Stadt. Benvenuto Tortello leitete im 16. Jahrhundert eine umfassende Erneuerung, deren Gedenkstein über dem Bogen sichtbar bleibt. Darunter zeigen Schienen, wo einst Bretter gegen Hochwasser eingesetzt wurden. Im 18. Jahrhundert kam rechts innerhalb der Mauer eine kleine Kapelle mit barockem Altaraufsatz hinzu, dessen Darstellung der Unbefleckten Empfängnis Pedro Roldán zugeschrieben wird.
Über dem Bogen erscheinen San Fernando sowie die Bischöfe Isidor und Leander in einem gemeißelten Stein. Während der Karwoche ziehen hier Bruderschaften vorbei. So verbindet der erhaltene Durchgang mittelalterliche Verteidigung, Handel am Fluss und Sevillas religiöse Traditionen.
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