Kollegiengebäude I
Das Kollegiengebäude I steht im historischen Zentrum von Schwerin und beherbergt die Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns. Der klassizistische Dreiflügelbau entstand zwischen 1825 und 1834 nach Entwürfen von Carl Heinrich Wünsch. Georg Adolf Demmler leitete die Bauarbeiten, während ein terrassierter Innenhof und ein Portikus den Zugang prägen.
Die Fassade erinnert an Schinkels Berliner Schauspielhaus und trägt über dem rustizierten Sockelgeschoss dreieckige Giebel. Sandsteinfiguren von Emil Cauer zeigen zur Schloßstraße Zeus zwischen Athena und Demeter. Zur Graf-Schack-Allee erscheinen Poseidon und Hermes, während eine Artemisfigur seit dem Brand von 1865 fehlt. Im Inneren führen mehrere Läufe einer gusseisernen Treppe durch das Vestibül zu Sälen mit Stuckmarmor und Intarsienparkett.
An dieser Stelle stand zuvor ein 1548 aufgelöstes Franziskanerkloster, dessen Baumaterial vermutlich wiederverwendet wurde. Regierungsstellen nutzten die Räume seit 1918 in wechselnden politischen Epochen, seit Oktober 1990 sitzt hier die Staatskanzlei. Zusammen mit dem Kollegiengebäude II gehört der Bau zum Residenzensemble Schwerin, das seit 2024 UNESCO-Welterbe ist.
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