St. Ägidien
St. Ägidien zeigt sich als dreischiffige gotische Staffelhalle mit einem mächtigen Mittelschiff und ungleichen Seitenschiffen. Im 13. Jahrhundert gelangte der romanische Vorgängerbau in die Obhut des Deutschen Ordens. Aus dem ursprünglichen Saalbau entwickelte sich über mehrere Bauphasen eine Kirche mit erweiterten Schiffen und einem erhöhten, spitz zulaufenden Chor. Ein romanischer Rundbogen bleibt im heutigen Chor erhalten.
Hohe Spitzbogenarkaden aus sichtbarem Naturstein gliedern den Innenraum und zeigen die mittelalterliche Konstruktion. Bunte Glasfenster erzählen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. An den Wänden erinnern steinerne Epitaphien, geschnitzte Totenschilde und bemalte Schilde an Ritter und Komture des Ordens. Die Denkmäler verbinden Stein, Holz und Reliefs.
Restaurierungen entfernten graue Farbschichten und verringerten barocke Ausstattung, sodass gotische Formen und Wandmalereien wieder hervortraten. Der hohe, schlanke Kirchturm prägt heute die Außenansicht. Im Inneren ergänzt die moderne Sandtner-Orgel die gotischen Bögen und setzt einen heutigen Klangakzent zwischen alten Steinen. Die Angaben führen St. Ägidien als rollstuhlgerechten Ort. So verbindet die Kirche Baugeschichte, Glasmalerei, Ordensgedenken und einen klaren restaurierten Innenraum.
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