Gotische Bibliothek
Die Gotische Bibliothek steht im Neuen Garten von Potsdam und erscheint als zweigeschossiger, achteckiger Sandsteinturm. Carl Gotthard Langhans entwarf den Bau im neugotischen Stil, der an eine gotische Kapelle erinnert. Zwischen 1792 und 1794 ließ König Friedrich Wilhelm II. den Pavillon als private königliche Bibliothek errichten. Eine vierseitige Arkade umschließt den Bau, während eine Wendeltreppe zur Terrasse und zum Obergeschoss führt.
Im Erdgeschoss lag französische Literatur, während das Obergeschoss deutsche Klassiker und Rosenkreuzer-Schriften bewahrte. In den 1930er Jahren gelangten die Bücher ins Potsdamer Stadtschloss und gingen dort im Zweiten Weltkrieg verloren. Kriegsschäden ließen den Turm zum Heiligen See kippen und brachten ihm den Beinamen Schiefer Turm von Potsdam ein. Die Restaurierung begann in den 1990er Jahren und nutzte Originalsteine für den Wiederaufbau. Fünf Jahre Arbeit kosteten mehr als vier Millionen Deutsche Mark, getragen von Berlin sowie staatlichen und städtischen Beiträgen.
Heute gehört der Pavillon zum UNESCO-Welterbe und prägt den Blick auf den Heiligen See. Vom Ufer aus siehst du außerdem das Marmorpalais, während der Innenraum gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich ist.
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