Villa Festge
Villa Festge steht in Erfurt, im Südwesten der thüringischen Landeshauptstadt, unterhalb der Cyriaksburg. Der Bau wirkt eher wie ein Schloss als wie eine gewöhnliche Residenz. Ein weitläufiger Park fällt von der Villa zur Straße ab und hebt ihre Lage deutlich hervor. Treppen, Balkone, Verzierungen und ein kuppelartiger Turm prägen das historistische Erscheinungsbild.
Der Bau entstand 1899 während Erfurts schneller Stadterweiterung. Zwischen 1871 und 1906 wuchs die Bevölkerung von 45.000 auf 100.000 Menschen. Karl Festge verband als Hofphotograph, Unternehmer und Immobilienbesitzer beruflichen Erfolg mit erheblichem Vermögen. Die aufwendige Fassade verweist mit ihren Bildern auf seine Biografie, darunter eine Kamera. 1912 übernahm der Lampenhersteller Stübgen das Anwesen. 1946 enteigneten sowjetische Besatzungsbehörden die Villa, die danach unter anderem Würdenträger beherbergte.
Die Cyriakstraße gehörte zu den teuersten Adressen des wohlhabenden Südwestens. In den Räumen befinden sich die Panse Galerie und eine Designagentur. Besonders einprägsam bleibt die Kamera an der Fassade, die den einstigen Besitzer unmittelbar mit seinem Wohnsitz verbindet.
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