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Kurmainzische Statthalterei

Die Kurmainzische Statthalterei prägt im Herzen Erfurts ein barockes Ensemble mit vier Flügeln und einem Innenhof. Der dreigeschossige Bau verbindet Renaissance und Barock auf engem Raum. Drei Patrizierhäuser bildeten den ursprünglichen Standort, den Johann Jacob Waldbott von Bassenheim 1694 erwarb. Zwischen 1713 und 1720 formte der Festungsarchitekt Maximilian von Welsch daraus einen vierflügeligen Komplex. Der Renaissanceflügel nahm private Wohnräume auf. Im Barockflügel lagen Empfangs- und Besprechungsräume, während Karl Theodor von Dalberg dort gesellschaftliche Zusammenkünfte veranstaltete. Goethe und Schiller gehörten zu den Gästen. Zwei bärtige Hermen flankieren den Haupteingang und tragen einen Balkon mit lebensgroßen Figuren. Runde und rechteckige Erker zeigen Reliefs und Putten.

Von 1699 bis 1802 verwalteten die kurmainzischen Statthalter von hier aus Erfurt im Auftrag des Mainzer Kurfürsten. Napoleon Bonaparte residierte hier während des Kongresses 1808. Während dieser Zusammenkunft arbeitete er im Gebäude, traf Johann Wolfgang von Goethe und verhandelte mit Zar Alexander I. Später prägten preußische Behörden, die Gestapo und die DDR-Bezirksverwaltung seine Nutzung. Seit 1994 beherbergt das Gebäude die Thüringer Staatskanzlei und das Büro des Thüringer Ministerpräsidenten.

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Erfurt
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