Lloyd-Bahnhof
Der Lloyd-Bahnhof steht nahe dem Nordausgang des Bremer Hauptbahnhofs und verbindet Eisenbahngeschichte mit maritimer Erinnerung. Der Architekt Rudolf Jacobs entwarf dieses markante Gebäude. Der neobarocke Bau entstand 1913 für den Norddeutschen Lloyd, eine Reederei mit Verbindungen nach Bremerhaven und Amerika. Auswandernde Reisende gaben hier ihr Gepäck für die Weiterfahrt auf. Die Klinkerfassade zeigt ein fünfachsiges Eingangsportal und ein rundes Giebelfeld mit Schlüssel und Anker. Das Wappen verweist sichtbar auf die Stadt Bremen. Der Entwurf nahm niederländische Bauten des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts auf und suchte eine regionale Formensprache. Der ursprüngliche Wartesaal im Hauptbau reichte über zwei Etagen.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte der Bahnhof in den Reisebetrieb zurück, verlor aber nach der Columbuskaje an Bedeutung. Danach diente dieses Gebäude zusätzlich Verwaltungszwecken. Die Geschichte des Ortes umfasst auch Deportationen jüdischer Menschen sowie von Sinti und Roma während der NS-Herrschaft. Diese Vergangenheit prägt den Erinnerungsort bis in die Gegenwart. Am Lloyd-Bahnhof erinnern die baulichen Details deshalb ebenso an Handel und Mobilität wie an Ausgrenzung und Gewalt. Der Verwaltungsflügel des Lloyd-Bahnhofs beherbergt verschiedene Unternehmen. Dazu gehören Hapag-Lloyd AG und Reisebüros, außerdem steht der Bau seit 2001 unter Denkmalschutz.
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