Kraftwerk Proviantbach
Das Kraftwerk Proviantbach steht im Osten Augsburgs an einem künstlich angelegten Kanal, der sich über 4.400 Meter erstreckt. Das Gebäude entstand zwischen 1921 und 1923 als sachlicher Industriebau mit Flachdach, Putzfassade und rechteckigem Grundriss. Paarweise angeordnete Fenster in Dreiergruppen prägen die Stahlrahmenfassade.
Ursprünglich versorgte die Anlage eine Baumwollspinnerei und gehörte zu einem Verbund mit Kraftwerken am Stadtbach und an der Wolfzahnau. Im Inneren steuern Maschinenhalle, zweigeschossige Halle und ehemalige Schaltzentrale die Geschichte dieser industriellen Nutzung. Eine Francisturbine und ein Glockenkappen-Generator von 1922 zeigen den technischen Wandel von mechanischer Kraftübertragung zur Elektrifizierung. Seit der Modernisierung 2011 ergänzt eine Kaplan-Turbine mit vertikaler Welle die historische Ausstattung.
Das Wasser fällt fünf bis zehn Meter tief, während pro Sekunde bis zu 14 Kubikmeter durch den genutzten Einlauf strömen. Heute erzeugt die Anlage Strom für rund 5.000 Privathaushalte und gehört zu den 22 Elementen des UNESCO-Welterbes Augsburger Wassermanagement-System. Der seltene Glockenkappen-Generator von 1923 erinnert dabei an eine Technik, die längst nicht mehr arbeitet.
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